Skizzenbücher
Seine ausgeprägte Beobachtungsgabe ermöglichte es Robert Wyss, zeichnerisch schnell und sicher eine Figur oder Landschaft zu erfassen. So war der Künstler denn auch meist mit einem Skizzenblock oder -buch unterwegs. Während er in Innenräumen meist mit der spitzen Tuschfeder arbeitete, zog er im Freien den handlicheren Kugelschreiber vor. Die nahezu hundert Skizzenbücher beinhalten Modellstudien, Strassenszenen sowie Theaterspektakel. Robert Wyss zeichnete auch Bildwerke in Museen nach. Er ergänzte sie mit Collagen von Zeitungsfotos, die ihn visuell faszinierten.
Entwürfe und Vorlage
Eine wichtige Rolle im künstlerischen Schaffensprozess spielten die Entwürfe. Mit diesen Vorzeichnungen prüfte der Künstler zuerst die technische Verwendbarkeit und den Aufbau eines geplanten Bildes. Die in Originalgrösse auf Bäckerpapier mit Gouache ausgeführten Holzschnittvorlagen dienten dazu, das fertige Motiv seitenverkehrt auf den Holzstock zu pausen.
Holzstöcke
Die als Druckstock verwendeten Bretter sind aus Birnbaumholz gefertigt, seltener aus Lindenholz. Die umgekehrt auf die Holzfläche übertragene Vorlage wurde mit Hohleisen für den Hochdruck bearbeitet, wobei die nicht druckenden Stellen als Vertiefung herausgeschnitten werden mussten. Die meisten Bretter sind beidseitig bearbeitet. Ein Holzstock konnte auch abgehobelt werden, um einer neuen Arbeit zu dienen. Auf den meist schmalen Brettern mussten grosse Kompositionen in einzelne Formen zerteilt werden, um im Druck dann wieder zusammengesetzt zu werden. Als weiterer Schritt dienten einzelne Holzstöcke als Formenvorrat von Motiven, die nach Belieben zusammengesetzt und künstlerisch für neue Kompositionen verwertet werden konnten.
Briefwechsel
Als kleines Geschenk oder Dankeschön pflegte Robert Wyss oft, seinem Freundeskreis per Post ein rückseitig kommentiertes Aquarell zukommen zu lassen. Ein besonderes Zeugnis dieser freundschaftlichen Beziehungen sind die beiden Briefwechsel mit dem Kunstmaler Hans Schärer (+ 1997) und dem ehemaligen Verleger, Buchhändler und Galeristen Bernard Raeber. Angeregt wurden die beiden Austausche nicht nur von kulturellen und politischen Themen, sondern auch vom alltäglichen Geschehen – meist mit viel Sinn für Humor.
Atelier- und Wohnhaus
In Adligenswil, fünf Kilometer nordwestlich von Luzern, liessen sich Robert Wyss und der Architekt Otto Gmür in den Jahren 1961/62 ein Doppeleinfamilienhaus errichten. Das eingebaute Atelier von doppelter Raumhöhe diente dem Holzschneider als bevorzugte Werkstatt. Hier waren die Holzstöcke untergebracht, und an der grob verputzten Wand konnten die neuesten Erzeugnisse mit Reissnägeln zur eigenen Betrachtung aufgehängt werden. Auch das Mobiliar der Wohnung war teils vom Künstler selber gestaltet, wie etwa ein bemalter Holzschrank, ein mit zwei Holzstöcken verziertes Kinderbett und handgefertigte Figuren eines Kasperlitheaters.
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